Gestalten

Art for Care macht positive Erinnerungen der BewohnerInnen von Senioreneinrichtungen nicht nur sichtbar, sondern auch begehbar.

Mit dem Projekt Art for Care hat die Künstlerin Evelyn Duerschlag einen Meilenstein zu Verbesserung der Betreuung vor allem dementen BewohnerInnen gelegt.

Essen on top 04/2012

Der Eintritt in ein Altersheim bedeutet den Verlust der vertrauten Umgebung. Die Orientierung fällt schwer, man ist verunsichert und wird ängstlich. Alles wird fremd.

In jeder Senioreneinrichtung versucht man den Lebensalltag der BewohnerInnen so angenehm wie möglich zu gestalten – dazu gehört eine adäquate Architektur, passende Inneneinrichtung, sowie ein vielfältiges Angebot an Aktivitäten. Dabei gibt es innovative Gestaltungsmöglichkeiten, die weit über das Funktionelle hinausgehen.

Selbst im fortgeschrittenen Stadium der Demenz bleibt die visuelle Wahrnehmung als ein zuverlässiges Dialog- und Kommunikationsmittel erhalten. Dieses grosse Potential, wird häufig nur oberflächlich, im Sinne der Dekoration, genützt.

Das Konzept Art for Care setzt genau auf diese Wahrnehmungsressource. Visuelle Gestaltung wird gezielt für das Wohlbefinden der SeniorInnen eingesetzt – persönlich, mitbestimmend, würdevoll und nachhaltig.

Art for Care

  • leistet aktiv Biografiearbeit
  • stärkt die Identität
  • stimuliert kognitive Ressourcen
  • optimiert räumliche Begebenheiten
  • bietet Orientierungshilfe
  • hemmt Weglauftendenzen
  • lindert Ängste und Depressionen
  • unterstützt das Betreuungspersonal
  • schafft eine gemütliche Atmosphäre

Auf ausgewählten Wänden der Einrichtung werden Bilder gestaltet, die im direkten Bezug zu Biografie der BewohnerInnen stehen. Durch das grossformatige Sichtbarmachen der positiven Erinnerungen wirkt das Konzept unterstützend für das pflegerisch – therapeutische Angebot der Einrichtung.

Interdisziplinär kompetent, verbindet Art for Care Wissen aus Gerontologie und Kulturgeragogik mit der künstlerisch-gestalterischen Praxis, sowie langjähriger Erfahrung mit der Altenpflege.

Für weitere Informationen und Muster nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Begehbare Erinnerungsräume

Wenn man genau hinsieht, kann man die Dufte von Damals riechen. Es kommt einem vor, als könnte man alte Bekannte entdecken. Bewohnerinnen Haus Abendfrieden Oberhausen.

Silbergrau 2011/2012

In dieser Kirche habe ich geheiratet, auf diesen Turm bin ich mal geklettert – Vertraute Orte sind die Bühne jeder Biografie und gerade für Menschen mit Demenz ein zuverlässiger Erinnerungsanker – das Wiedererkennbare aus der Vergangenheit schafft das Gefühl der Vertrautheit und stärkt die eigene Identität.
Die grossflächige Wandmalereien werden zu begehbaren Erinnerungsräumen.

Das Gestaltungsthema kann sowohl Biografisches aus der persönlicher Umgebung (z.B. die Küche, der Garten oder Haustiere), als auch historische und regionale Merkmale (z.B. Stadtbild, oder Landschaftsmerkmale) beinhalten. Die 50er Jahre und das aufkommende mediale Zeitalter sind inzwischen beliebte biografische Anhaltspunkte in der Wandmalerei für die SeniorInnen.

Die Konzeption und der Entwurf werden in Rücksprache mit der Heimleitung und dem Pflegepersonal erarbeitet und die Gestaltung in einer zielgruppegerechter Bildersprache umgesetzt. Die Malerei bildet zwar Lebenswelten wahrheitsgetreu ab, ist aber nicht mit der Realität zu verwechseln, was häufig, bei Fotografien oder Fototapete, zu Irritationen führt.

Durch das Sichtbarmachen der Erinnerungen werden geistige Ressourcen auf eine unterhaltsame Art und Weise aktiviert.

Dr. M.Wappler/Roland Müller Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen e.V Hofgeismar 1/2015

Das Mitgestalten und das sichtbare Erfolgserlebnis ist das Ziel einer partizipativen Gestaltung. Ihre positive, nachhaltige Wirkung wurde von Ärzten und Pflegekräften einheitlich bestätigt. Aus diesem Grund ist die Mitbestimmung und Teilhabe der SeniorInnen am Entstehungsprozess für das Konzept essentiell.

Die BewohnerInnen schauen dem malenden Team zunächst neugierig über die Schulter und äussern Ihre Ideen und Anmerkungen zum Wandbild, die sogleich in das entstehende Bild eingearbeitet werden.

Zu einem günstigen Zeitpunkt werden sie ermutigt, unter Anleitung das Werk mitzugestalten. Der kreative Spass mit speziellen Werkzeugen lässt mögliche Hemmungen und anfängliche Skepsis verschwinden. Mit Stolz über den eigenen kreativen Beitrag betrachten die BewohnerInnen das gemeinsame Endergebnis.

Diese Methode ist selbst für Bewohner mit Demenz im geschützten Bereich empfehlenswert.

Mit ausgesprochen positiver Resonanz, sowohl von den SeniorInnen, wie auch den Heimleitungen, Familienangehörigen, und Medien, sind bereits seit 2005 zahlreiche Projekte in Deutschland und der Schweiz realisiert worden.

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